Geologie und Paläontologie
Der Ziegelei-Steinbruch in Hagen-Vorhalle
Nationaler Geotop
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Fossilfundstelle Hagen-Vorhalle (Geologischer Dienst NRW) |
Gleichzeitig hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Erlaubnis erteilt, das offizielle Logo "planeterde® - Welt der Geowissenschaften" für die Öffentlichkeitsarbeit zu verwenden. Der Geschäftsführer der Akademie der Geowissenschaften, Herr Prof. Dr. Ernst-Rüdiger Look, wird nach der Sommerpause die Urkunde mit dem Prädikat "Nationaler Geotop" an die Stadt Hagen übergeben.


Nationaler Geotop
Die Auszeichnung "Nationaler Geotop" wurde an 77 der bedeutendsten geologischen Aufschlüsse in Deutschland vergeben. In der eindrucksvollen Liste der ausgewählten Geotope befindet sich der ehemalige Ziegelei-Steinbruch Hagen-Vorhalle in einer eindrucksvollen Reihe mit Fossilienfundstellen und Landmarken.
Neben Hagen-Vorhalle sind die für ihre Schwimmsaurier berühmten Steinbrüche im baden-württembergischen Holzmaden, die Grube Messel bei Darmstadt, wo unter anderem auch das Ur-Pferdchen entdeckt wurde, und die Steinbrüche der Solnhofener Plattenkalke im Altmühltal, die Fundorte des Ur-Vogels Archaeopterix waren, unter den bedeutendsten Geotopen vertreten.
Ausgezeichnet wurden aber auch geologischen Landschaftsräume und markante Naturdenkmäler, wie beispielsweise der Meteoritenkrater im Nördlinger Ries, die Bruchhauser Steine im Sauerland, die Externsteine in Ostwestfalen, das Felsenmeer bei Hemer, das Randecker Meer auf der Schwäbischen Alb, die Mainschleife bei Volkach, das Neandertal bei Mettmann, die Insel Helgoland und die von Caspar David Friedrich gemalte Kreideküste im Nationalpark Jasmund auf Rügen.
Eine der wichtigsten Fossilfundstellen
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Günstige Erhaltungsbedingungen führten dazu, dass in den Schiefertonen ein einzigartiger Ausschnitt der marinen und terristischen Fauna und Flora überliefert wurde. Seit den 1990er Jahren steht der Steinbruch unter Bodendenkmalschutz. Das bedeutet, dass das Sammeln von Fossilien ohne Genehmigung nicht erlaubt ist und unter Umständen empfindliche Strafen zur Folge haben kann.
Bei den wissenschaftlichen Grabungen des Westfälischen Museums für Naturkunde in Münster wurden unter anderem die weltweit ältesten Fluginsekten in einer ausgezeichneten Erhaltung entdeckt. Darunter finden sich große Urnetzflügler und Libellenarten. Aber auch die Funde von Einhornhaien, Quastenflosser und anderen Tieren sind ebenfalls international bedeutend. Hinzu kommen Pflanzenreste, die in ihrem ausgezeichneten Erhaltungszustand sogar feinste Details erkennen lassen.
Eine repräsentative Auswahl von Fossilien aus dem früheren Ziegelei-Steinbruch sind im Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen in Hagen-Vorhalle, in unmittelbarer Nähe zur Fundstelle, und im Museum für Naturkunde in Münster ausgestellt.
Betreuung der Fundstelle
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Die renommierte Akademie der Geowissenschaften zu Hannover e.V. hat den Begriff Geotop folgendermaßen definiert: "Bei den Geotopen handelt es sich um natürliche oder vom Menschen geschaffene Gesteinsaufschlüsse, um Landschaftsformen oder um Beispiele für das Wirken geologischer Kräfte oder um die Spuren des vorzeitlichen Lebens." Das Bundesministerium für Bildung und Forschung brachte anlässlich der Auszeichnung in Hannover die Erwartung zum Ausdruck, "dass diese besonders auffälligen und außergewöhnlichen und zum Teil spektakulären geologischen Sehenswürdigkeiten der Öffentlichkeit nahe gebracht werden."
In der Stadt Hagen fällt diese Perspektive auf fruchtbaren Boden. Nicht nur das sich als Publikumsmagnet erweisende Museum für Ur- und Frühgeschichte im Wasserschloss Werdringen, sondern auch das weitergehende Projekt eines Evolutionsparks wird der nationalen und internationalen Bedeutung der Fossilfundstelle Hagen-Vorhalle mehr als gerecht.
Projekte: GeoPark und Evolutionspark
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Auf der Grundlage dieser für die Paläontologie und Archäologie teilweise auch weltweit einzigartigen Region will der durch das Historische Centrum Hagen der Stadt Hagen geplante "Evolutionspark", die Geschichte von der Entstehung unseres Planeten bis zum Mittelalter für die Öffentlichkeit erlebbar machen.
Die Darstellung der Entwicklung des Lebens wird im "Evolutionspark" auch Aspekte der Klima- und Umweltgeschichte einbeziehen. In die Konzeption und Präsentation zur Entwicklung des Menschen fließen auch Ergebnisse der experimentelle Archäologie und qualitativ hochwertige Darstellungen im Rahmen der "Living History" mit ein.




